25. Open Art: Über 7 Ausstellungen sollst du gehen

kv2 Hilft’s? (Kunstverein)

Die Open Art Wochenenden in München haben für mich immer auch etwas mönströses: Wie um Himmels Willen soll man das alles ansehen? Ein Wochenende würde gar nicht ausreichen. Und die Kunstkammer im meinem Kopf wohl auch nicht. Also Plan P wie „planlos“. Einfach irgendwo einsteigen und die am Wegesrand liegenden Ausstellungen einsammeln. Geht besonders gut im Pinakothekenviertel, da reihen sich die Galerien wie an der Schnur.

storms2 Stanislav Kolibal bei Storms

1. Station: Walter Storms. Ich staune immer wieder über die museumsartigen Hallen. Storms zeigt die Arbeiten des tschechischen Bildhauers Stanislav Kolibal, der einst ein Wandrelief für Brasilia entwarf, in der Zeit des kalten Krieges Arte Povera produzierte, die zum Teil nur noch auf Fotos überliefert ist, und aktuell in großflächigen Wandarbeiten und zarten Aquarellen Geometrie und Schichtung des Raums variiert.

2. Station: Barbara Gross. In den nach Storms-Besuch ein wenig mickrig wirkenden Hofräumen an der Theresienstraße sind Arbeiten von Andrea Büttner zu sehen. Großformatige Holzschnitte, Hinterglasbilder und monochrome Leinwände werden vor „Caput Mortuum“ gefärbter Wand zu einer Rauminstallation. Erfrischend fromm: Thema der Holzschnitte ist der Hl. Franz von Assisi.

vandeloo Einblick van de Loo

3. Station: Wenige Schritte weiter eine kleine, sehr feine Fotoausstellung im Showroom der Galerie JO VAN DE LOO mit Arno Schidlowskis Langzeitprojekt „Jasmund“. Die auf Rügen entstandenen Aufnahmen zeigen märchenhaft entrückte, unbedingt romantische und doch kitsch- und pathosfreie Landschaftsmotive.

4. Station: Überraschung! Gleich nebenan im noch kleineren Ladenlokal von knust x kunz +  Kunst von der Elfenbeinküste. Ein Fotograf mit dem wunderbaren lautmalerischen Namen Clic Clac Baby, ein versponnener Zeichner (Frédéric Bruly Boabré) und ein dessen Erfindungen ins dreidimensionale Leben holender Bildhauer (Camara Dembra) in einer kleinen Gruppenausstellung.

schöttle Martin Creed

5. Station: Bei Schöttle gehts britisch zu. Im Erdgeschoss zeigen ins ganz große Format überhöhte Fotos von Martin Creed: Einen sehr großen und ein sehr kleinen Hund. Albern oder britischer Humor? Spannender ist’s im Obergeschoss: Echte Schwergewichte sind die Arbeiten von Steven Claydon, unheimlich komplexe, symbolbeladene und handwerklich perfekte Installationen, die sich lesen lassen wie ein Buch – oder eine Straßenbahnhaltestelle von Beuys.

6. Station: In der Hinterhofgalerie von Esther Donatz glänzt der gesamte Boden kupferfarben, in einem s/w Video dreht ein einsamer Skater seine Runden in einer leeren Fabrikhalle. Allard van Hoorn heißt der interdisziplinär arbeitende Künstler, der hier auch mit einer Soundinstallation auf der Gästetoilette ferne Stadtgeräusche ins stille Örtchen bringt. Raffiniert und schön die Lichtinstallation „Skies over Snaefell“, die Internet-Bilder vom Himmel über dem isländischen Vulkan auswertet und in Lichtfarben transferiert.

kv3

Kunstverein: Wandgemälde von Fernando Corona

7. Station: Kunstverein mit 4 Projects in Mexico. Eine von diesen Inszenierungen, für die man einen ganzen Tag lesenderweise in den Ausstellungsräumen verbringen müsste. Hindurchwandernd erschließt sich die (über?)ambitionierte Schau kaum. Sie versammelt dokumentarisch Projekte aus mexikanischen Kunstzentren/-räumen, eine bebilderte Lesung von Chris Kraus, in Mexiko entstandene Arbeiten des Münchner Designers Manuel Raeder und Produkte  aus dem Umfeld des Kulturzentrums Mexicali Rose. Was nimmt man, von der Fülle überfordert, mit? Dass mexikanische Wandmalerei immer noch knallt  – und dass billige Plastikstühle mit handgeflochten Mützen ziemlich klasse aussehen.

25. Open Art: 13./14./15. September 2013 Alle Teilnehmer und Termine hier

Wer dann noch kann: Passend zur Wiedereröffnung der Pinakothek der Moderne am 14.09. gibt’s das  Kunstareal-Fest am Sonntag, dem 15.09. Unter dem Motto „Begegnungen. Das Kunstareal München“
lädt der FÖRDERKREIS KUNSTAREAL gemeinsam mit seinen Häusern und weiteren Institutionen am 15. September zum ersten Kunstareal-Fest ein.

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Landpartie: „Einblick“ bei Arja Decker in Hohenbrunn

Einladung_Einblick

Wem nach ausgiebigem Galerien-Hooping bei der 25. Open Art in München am kommenden Wochenende (13./14./15. September) danach zumute ist, sich den Kunstkopf mit Landluft auszulüften, kann dies am 15.09. in Hohenbrunn mit einem weiteren Galeriebesuch verbinden. Die finnische Künstlerin Arja Decker betreibt dort seit einem Jahr ihre Galerie im Lebensraum Kunst. In der ersten gemeinsamen Ausstellung mit ihrer neuen Galeriepartnerin Veerle Marissen geben 25 Künstler einen Einblick in ihr Schaffen. Alle Künstler haben in den letzten vier Jahren bereits in der Galerie Arja Decker ihre Arbeiten gezeigt.

Mit von der Partie sind:
Kaarina Andres, Nicolet Boots, Arja Decker, Hannele Engel, Heidrun Eskens, Ulrike Fischer, Inge Frank, Ulla Harju, Christa P. Herlitz, Tuula Hirvonen, Claudia Hörter, Barbara Kaiser, Irmgard Kempf, Anna Kiiskinen, Elke Lausberg, Heng Li, Inge Machner, Anneke Maier, Veerle Marissen, Thomas Rock, Jutta Scharpf, Inge Schneider-Wallrapp, Hans Turek (1938-2002), Herbert Utiger Apyon (1947-2012) und Päivi Vähälä.

Galerie Arja Decker: „Einblick“

Vernissage: Sonntag, 15. September, um 15 Uhr, Einführung: Thomas Rock, Künstler
Dauer der Ausstellung: 17. September bis 26. Oktober 2013

Mehr Info auf der Homepage von Arja Decker

Tipp: Viele der Künstler in der Ausstellung stammen aus dem hohen Norden. Wer sich mit der Tradition ihrer Kunst in den skandinavischen Ländern vertraut machen möchte, dem sei ein Besuch der noch bis 6. Oktober laufenden Ausstellung „Aus Dämmerung und Licht“  mit Meisterwerken nordischer Malerei in der Hypo-Kunsthalle empfohlen!

Alle meine Künstler: Private View IV bei Andreas Grimm

Ausstellung Andreas Grimm

Mit Arbeiten von Katarina Burin, Damien Cadio, Andreas Chwatal, Nana Dix, Jeff Grant, Daniel Robert Hunziker, Leonhard Hurzlmeier, Peter Riss, Stefan Sandner, Matt Saunders, Felix Schramm, Lisa Tan und Cornelius Völker zeigt Andreas Grimm in seiner jährlichen Group Show einen Querschnitt durch sein Galerieprogramm.

Private View IV

Andreas Grimm Gallery

20 April 2012 – 31 Mai 2012

Eröffnung: 19 April 2012 , 19:00 – 21:00

 

 

Nele Ströbel im PUC: Künstlergespräch & Filmscreening am 12.02.

Blick in die Ausstellung

Am Sonntag, dem 12. Februar 2012 findet in der Ausstellung um 14:00 Uhr ein Künstlergespräch mit Nele Ströbel und Klaus Blanc (wissenschaftlicher Leiter der Abteilung Fotografie der MVHS und Bangladeschkenner) statt.
Anschließend wird Nele Ströbels Film Zu Besuch bei Mahmud, Fotograf in Dhaka Bangladesch. Eine künstlerische Begegnung gezeigt. Februar 2011 war Nele Ströbel in  Bangladesch zu Besuch. Anlass für die künstlerische Begegnung mit Mahmud  war ihr Interesse, wie im ärmsten Land der Welt Künstler leben und arbeiten können. Entstanden ist eine 47-minütige szenische Annäherung.

2011 zeigte der international arbeitende Bildjournalist Mahmud in der Ausstellung „Bangladesh – Land of Resilience“  in der Aspekte Galerie der Münchner VHS den Zustand und die Veränderungsprozesse seines Landes. Der Katalog zu dieser Ausstellung wird ebenfalls präsentiert.

CHITTAGONG BLUES
Eine Raumarbeit von NELE STRÖBEL
Galerie im Puchheimer Kulturcentrum PUC

Künstlergespräch und Filmvorführung am 12.02.2012 von 14-17 Uhr

Ausstellung bis 17. Februar 2012

Puchheimer Kulturcentrum PUC
Mo, Di, Do, Fr 8-12 Uhr
Di 14-16 Uhr, Do 14-18 Uhr
So 12.02. 14-17 Uhr (die Künstlerin ist anwesend)

Vorschau Januar: Nele Ströbel landet im PUC

(c) Nele Ströbel

Im Puchheimer Kulturzentrum PUC ist ab dem 19. Januar 2012 (Vernissage) das aktuelle Projekt „Chittagong Blues“ der Münchner Künstlerin Nele Ströbel zu sehen. Unter dem Eindruck des „Shipwrecking“ in der Küstenstadt Chittagong in Bangladesh, wo ausgemusterte Ozeanriesen zerlegt werden, entstand ein multimedialer Raumklang aus Ton-Arbeiten, Videoprojektionen und Zeichnungen.  Nele Ströbel bespielte zuletzt das Münchner Kulturzentrum Gasteig über ein halbes Jahr lang mit ihrer mobilen Installation der „Kunstkoffer“.

Pressetext_Chittagong Blues als PDF

Chittagong Blues

Ein Raumarbeit von Nele Ströbel

Vernissage: Donnerstag, 19. Januar 2012

Ausstellung bis 17. Februar 2012

Galerie im Puchheimer Kulturzentrum PUC

Kunstwochende München: Last Minute Tipps

(c) Rüdiger/Traversee

Noch bis Sonntag, 23.10. abends dauert das Kunstwochenende München, das gestern mit Vernissagen in 20 Galerien eröffnet wurde. Bei Traversée zeigt Bernhard Rüdiger mit „Zeitlos genau“ klug-verspielte Zeitmaschinen als kinetisch-akustische Objekte mit Uhrwerk und Metronomen, dazu Plastiken, deren antennenartige Tentakeln ferne Schwingungen aufzunehmen scheinen (noch bis 03.12., Samstag 22. Oktober 17. 30 Roundtable – Diskurs mit Jean-Pierre Rehm, anschließend Openair-Kino: Pier Paolo Pasolini: La Ricotta). Barbara Gross präsentiert die indische Künstlerin Tejal Shah mit fotografischen, zeichnerischen und filmischen Gender Studies (Interview mit Serpentine-Direktor Hans Ulrich Obrist heute 22.10. um 16:00 in der Galerie, Ausstellung bis 26.11.). Im musealen Palast der Galerie Thomas Modern sind Arbeiten von Peter Halley zu sehen, dessen geometrische Diagramme in greller Pop-Art-Farbigkeit und mit reliefartiger Oberflächenstruktur von den Wänden leuchten (bis 19.11.). Ebenfalls dort die sehr interessante Gastausstellung der Londoner Spring Projects „American Chateau Room One“ mit ebenso amüsanten wie handwerklich hervorragenden Arbeiten des spanischen Designers Jaime Hayon und der niederländischen Künstlerin Nienke Klunder (bis 29.10.)

Alle Infos zum Kunstwochenende München 2011 unter www.kunstwochenende.eu