Nele Ströbel reist ins Kulturhaus Milbertshofen

New_Orientals

Die Münchner Künstlerin Nele Ströbel ist eine leidenschaftlich Reisende. Vor kurzem ist sie von einer mehrwöchigen Australien-Reise zurückgekehrt. Nun macht sie mit ihren Arbeiten Station im Kulturhaus Milbertshofen, in einem Stadtteil, der unter anderem auch geprägt ist durch viele Menschen, die lange Reisen hinter sich brachten, bevor sie hier angekommen sind.

Im Kulturhaus inszeniert Nele Ströbel unter dem Ausstellungstitel New Orientals multimediale Wanderungen durch die Zentren orientalischer Städte wie Isfahan, Kairo, Damaskus, Aleppo. Zwischen 2001 und 2009 hat sie auf ausgedehnten Studienreisen Eindrücke gesammelt. Von Orten, die inzwischen zum Teil unwiederbringlich zerstört sind. Zu Fuß, zeichnend, fotografierend und filmend hat sie das charakteristische Verhältnis zwischen öffentlichem Raum und Privatheit in den orientalischen Altstädten ergründet und in Zeichnungen, Filmen, Objekten und multimedialen Installationen umgesetzt. Lasst euch von Nele Ströbel in ihr begehbares Reisetagebuch entführen!

Nele Ströbel

New Orientals

Eröffnung am 30. Januar 2014 um 19 Uhr

Kulturhaus Milbertshofen

Einführung von Dagmar Schott

Mehmet Cemal Yesilcay begleitet die Eröffnung auf der Oud.

Die Ausstellung ist bis 16. März im Kulturhaus zu besichtigen, der Eintritt ist frei.

Kulturhaus Milbertshofen

Curt Mezger Platz 1

80809 München

http://www.kulturhaus-milbertshofen.de

Geöffnet täglich außer Montag

Werbeanzeigen

Halloween in der Turnhalle: Judith Egger bei Esther Donatz

Foto 3 Foto 1

Ein Monster reckt sich in den Galerieraum, streckt weiße, auf Krücken gestütze Tentakeln aus, in seinem Körper stecken Medizinbälle, diese furchtbar schweren, ledernen Folterinstrumente aus dem Schulsport. Ein amöbenhaftes Wesen ist an die Wand angeleint. Pferdetrensen werden zu Folterinstrumenten. Nicht umsonst hat Judith Egger den Ausstellungstitel dem Namen einer Produktlinie eines Strumpf- und Wäscheherstellers entlehnt. Die Objekte in ihrer Ausstellung SHAPE & CONTROL in der Galerie Esther Donatz rühren gründlich an kollektive Traumata wie schulische Schindereien mit monströsen Medizinbällen, die Diktatur körperlicher Perfektion und die damit verbundenen Versagensängste und Mißverhältnisse zum eigenen Körper. Gut, dass es nur ein Silikongeschwür ist, das da wuchert.

Judith Egger

SHAPE & CONTROL

Galerie Esther Donatz

bis 22. November 2013

Herr, es ist Zeit. Für Artschwager, mehr oder weniger.

Artschwager Artschwager – noch warm eingepackt (c) Dagmar Schott

Jetzt mal Schluss mit Sommer. Endlich kann man wieder Anstand und Kultur walten lassen – sei es mit mondän-züchtigen Schals, derbem Schuhwerk, dem Besuch der vielen Veranstaltungen und Ausstellungen des Münchner Kunstherbstes oder einem Drink in der Goldenen Bar. Wobei das eine das andere nicht ausschließt, sondern aufs Prächtigste ergänzt.

Apropos Goldene Bar: Dieser ist ja bekanntlich mit dem Haus der Kunst ein größerer Kulturbetrieb angeschlossen, und dort eröffnete am 10. Oktober die Ausstellung mit Werken des Bildhauers und Malers Richard Artschwager. Die Kunst des Meisters des Resopal, des deformierten Mobiliars, der Verführung durch die ideale Oberfläche oder der Verstörung durch deren Gegenteil steht Pop-Art, Minimalismus und Konzeptualismus nahe. Die umfangreiche Retrospektive wurde vom Whitney Museum in New York organisiert.

Eine mehr oder weniger ungewöhnliche Vermählung von Kunst und Kommerz findet seit Juli im temporären Design Concept Store Haeppi Piecis an der Maximilianstraße statt. „Mehr oder Weniger“ ist die Anfang Oktober eröffnete Ausstellung des Münchner Künstlertrios Beate Engl, Martin Schmidt und Olaf Unverzart betitelt, die sich mit der Schnittstelle von Design und Kunst befasst und dabei jeder Festlegung entzieht. Genau so wie der Showroom mit dem, nun ja, etwas albernen Namen.

Ganz Kunstfans haben im Herbst an zwei Wochenenden Gelegenheit, das am sommerlichen Isarstrand Versäumte nachzuholen: Am 19. Oktober findet zum nunmehr 15. Mal der Kunstmarathon der langen Nacht der Museen statt. Drei Wochen später laden 19 Münchner Galerien von Andreas Binder bis Thomas Modern zum Kunstwochenende ein – Auftakt sind die Vernissagen der Galerien am Freitag, 08. November von 18 bis 22 Uhr .

Genug Programm, um nicht in den Alleen hin und her, sondern zur Kunst zu wandern, wenn die Blätter treiben.

25. Open Art: Über 7 Ausstellungen sollst du gehen

kv2 Hilft’s? (Kunstverein)

Die Open Art Wochenenden in München haben für mich immer auch etwas mönströses: Wie um Himmels Willen soll man das alles ansehen? Ein Wochenende würde gar nicht ausreichen. Und die Kunstkammer im meinem Kopf wohl auch nicht. Also Plan P wie „planlos“. Einfach irgendwo einsteigen und die am Wegesrand liegenden Ausstellungen einsammeln. Geht besonders gut im Pinakothekenviertel, da reihen sich die Galerien wie an der Schnur.

storms2 Stanislav Kolibal bei Storms

1. Station: Walter Storms. Ich staune immer wieder über die museumsartigen Hallen. Storms zeigt die Arbeiten des tschechischen Bildhauers Stanislav Kolibal, der einst ein Wandrelief für Brasilia entwarf, in der Zeit des kalten Krieges Arte Povera produzierte, die zum Teil nur noch auf Fotos überliefert ist, und aktuell in großflächigen Wandarbeiten und zarten Aquarellen Geometrie und Schichtung des Raums variiert.

2. Station: Barbara Gross. In den nach Storms-Besuch ein wenig mickrig wirkenden Hofräumen an der Theresienstraße sind Arbeiten von Andrea Büttner zu sehen. Großformatige Holzschnitte, Hinterglasbilder und monochrome Leinwände werden vor „Caput Mortuum“ gefärbter Wand zu einer Rauminstallation. Erfrischend fromm: Thema der Holzschnitte ist der Hl. Franz von Assisi.

vandeloo Einblick van de Loo

3. Station: Wenige Schritte weiter eine kleine, sehr feine Fotoausstellung im Showroom der Galerie JO VAN DE LOO mit Arno Schidlowskis Langzeitprojekt „Jasmund“. Die auf Rügen entstandenen Aufnahmen zeigen märchenhaft entrückte, unbedingt romantische und doch kitsch- und pathosfreie Landschaftsmotive.

4. Station: Überraschung! Gleich nebenan im noch kleineren Ladenlokal von knust x kunz +  Kunst von der Elfenbeinküste. Ein Fotograf mit dem wunderbaren lautmalerischen Namen Clic Clac Baby, ein versponnener Zeichner (Frédéric Bruly Boabré) und ein dessen Erfindungen ins dreidimensionale Leben holender Bildhauer (Camara Dembra) in einer kleinen Gruppenausstellung.

schöttle Martin Creed

5. Station: Bei Schöttle gehts britisch zu. Im Erdgeschoss zeigen ins ganz große Format überhöhte Fotos von Martin Creed: Einen sehr großen und ein sehr kleinen Hund. Albern oder britischer Humor? Spannender ist’s im Obergeschoss: Echte Schwergewichte sind die Arbeiten von Steven Claydon, unheimlich komplexe, symbolbeladene und handwerklich perfekte Installationen, die sich lesen lassen wie ein Buch – oder eine Straßenbahnhaltestelle von Beuys.

6. Station: In der Hinterhofgalerie von Esther Donatz glänzt der gesamte Boden kupferfarben, in einem s/w Video dreht ein einsamer Skater seine Runden in einer leeren Fabrikhalle. Allard van Hoorn heißt der interdisziplinär arbeitende Künstler, der hier auch mit einer Soundinstallation auf der Gästetoilette ferne Stadtgeräusche ins stille Örtchen bringt. Raffiniert und schön die Lichtinstallation „Skies over Snaefell“, die Internet-Bilder vom Himmel über dem isländischen Vulkan auswertet und in Lichtfarben transferiert.

kv3

Kunstverein: Wandgemälde von Fernando Corona

7. Station: Kunstverein mit 4 Projects in Mexico. Eine von diesen Inszenierungen, für die man einen ganzen Tag lesenderweise in den Ausstellungsräumen verbringen müsste. Hindurchwandernd erschließt sich die (über?)ambitionierte Schau kaum. Sie versammelt dokumentarisch Projekte aus mexikanischen Kunstzentren/-räumen, eine bebilderte Lesung von Chris Kraus, in Mexiko entstandene Arbeiten des Münchner Designers Manuel Raeder und Produkte  aus dem Umfeld des Kulturzentrums Mexicali Rose. Was nimmt man, von der Fülle überfordert, mit? Dass mexikanische Wandmalerei immer noch knallt  – und dass billige Plastikstühle mit handgeflochten Mützen ziemlich klasse aussehen.

25. Open Art: 13./14./15. September 2013 Alle Teilnehmer und Termine hier

Wer dann noch kann: Passend zur Wiedereröffnung der Pinakothek der Moderne am 14.09. gibt’s das  Kunstareal-Fest am Sonntag, dem 15.09. Unter dem Motto „Begegnungen. Das Kunstareal München“
lädt der FÖRDERKREIS KUNSTAREAL gemeinsam mit seinen Häusern und weiteren Institutionen am 15. September zum ersten Kunstareal-Fest ein.

Landpartie: „Einblick“ bei Arja Decker in Hohenbrunn

Einladung_Einblick

Wem nach ausgiebigem Galerien-Hooping bei der 25. Open Art in München am kommenden Wochenende (13./14./15. September) danach zumute ist, sich den Kunstkopf mit Landluft auszulüften, kann dies am 15.09. in Hohenbrunn mit einem weiteren Galeriebesuch verbinden. Die finnische Künstlerin Arja Decker betreibt dort seit einem Jahr ihre Galerie im Lebensraum Kunst. In der ersten gemeinsamen Ausstellung mit ihrer neuen Galeriepartnerin Veerle Marissen geben 25 Künstler einen Einblick in ihr Schaffen. Alle Künstler haben in den letzten vier Jahren bereits in der Galerie Arja Decker ihre Arbeiten gezeigt.

Mit von der Partie sind:
Kaarina Andres, Nicolet Boots, Arja Decker, Hannele Engel, Heidrun Eskens, Ulrike Fischer, Inge Frank, Ulla Harju, Christa P. Herlitz, Tuula Hirvonen, Claudia Hörter, Barbara Kaiser, Irmgard Kempf, Anna Kiiskinen, Elke Lausberg, Heng Li, Inge Machner, Anneke Maier, Veerle Marissen, Thomas Rock, Jutta Scharpf, Inge Schneider-Wallrapp, Hans Turek (1938-2002), Herbert Utiger Apyon (1947-2012) und Päivi Vähälä.

Galerie Arja Decker: „Einblick“

Vernissage: Sonntag, 15. September, um 15 Uhr, Einführung: Thomas Rock, Künstler
Dauer der Ausstellung: 17. September bis 26. Oktober 2013

Mehr Info auf der Homepage von Arja Decker

Tipp: Viele der Künstler in der Ausstellung stammen aus dem hohen Norden. Wer sich mit der Tradition ihrer Kunst in den skandinavischen Ländern vertraut machen möchte, dem sei ein Besuch der noch bis 6. Oktober laufenden Ausstellung „Aus Dämmerung und Licht“  mit Meisterwerken nordischer Malerei in der Hypo-Kunsthalle empfohlen!

Short Review: Jovana Banjac mit LUXUS LOFT in Rotterdam

Die Münchner Künstlerin Jovana Banjac zeigte zusammen mit der Berliner Künstlergruppe LUXUS LOFT einen ihrer Gobelins auf der Rotterdam art fair 2013 (6. bis 10. Februar).
Die ca. 30×40 große Stickerei „Ich habe keine Angst III“ aus dem Jahr 2010 zeigt den Start der Challenger-Rakete 1986.

Ich habe keine Angst III

Jovana Banjac: Ich habe keine Angst III, 2010, Gobelin-Stickerei

(c) Jovana Banjac

Das LUXUS LOFT Line Up auf der Rotterdam art fair 2013: Marc Bijl // Jovana Banjac // Laura Bruce // Johannes Buss // Felix and Mumford // Bo Christian Larsson // Catherine Lorent //
Ekaterina Mitichkina // Övgü Özen; Special Guest: Johannes Mundinger

http://luxusloft.org

Licht & Wasser: Anna Kiiskinen und Theresia Hefele im CAS

„Lichte Landschaften“ ist die Ausstellung betitelt, die das Center for Advanced Studies (CAS) der LMU am 18.10. eröffnet. Drei Monate lang werden in den Räumen der Villa an der Schwabinger Seestraße Arbeiten der Münchner Künstlerinnen Anna Kiiskinen und Theresia Hefele zu sehen sein. Das Landschaftsthema verhandeln Kiiskinens Gemälde von spiegelnden Wasseroberflächen und Hefeles im Grenzgebiet von Fotografie und Malerei angesiedelte Bildtafeln auf jeweils ganz eigene Weise – und ergänzen sich doch schlüssig.

Vernissage am Do 18. Oktober 2012 um 20 Uhr
Einführung: Dagmar Schott

Kunst am CAS (LMU), Center for Advanced Studies:
Theresia Hefele und Anna Kiiskinen – Lichte Landschaften

19. Oktober 2012 bis 15. Februar 2013

CAS, LMU
Center for Advanced Studies
Seestr. 13
80802 München
www.cas.lmu.de

Um Anmeldung wird gebeten via E-Mail (info@cas.lmu.de)