Zeitmaschine zum Anhören: Michaela Melians akustische Denkmalinstallation Memory Loops

Denkt man an  Denkmäler, erwartet man meistens:  Monumentales, Ortsfestes, Unübersehbares, eben etwas, was mit eigener lauter Stimme für andere(s) sprechen will.

Mit ihrer Online-Klanginstallation Memory Loops hat die Münchner Künstlerin Michaela Melian diese Denkmalklischees auf ebenso überraschende wie sinnfällige Weise unterlaufen – und damit zu Recht den 2008 ausgeschriebenen Wettbewerb der Stadt München um „Neue Formen des Erinnerns und Gedenkens “ an die Opfer des NS-Regimes gewonnen.

Zentrum des Kunstwerks ist die Webseite memoryloops.net, auf der Erinnerungen von Zeitzeugen in 300 deutschen und 175 englischen Tonspuren zum Anhören und Downloaden angeboten werden, eingebettet in eine Topographie der Stadt. Darüber hinaus werden an verschiedenen Münchner Institutionen mp3-Player zur Ausleihe angeboten, die zusammen mit einstündigen Tonspuren als Audioguide zu den Orten der Erinnerungen führen. Im öffentlichen Stadtraum finden sich Schilder mit Telefonnummern: Hier kann man zum Ortstarif Tonspuren anhören, die sich auf den jeweiligen Standort beziehen.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst realisiert.

http://www.memoryloops.net

Eröffnung
Donnerstag, 23. September 2010, 18.00 Uhr
Rathausgalerie Kunsthalle
München Marienplatz 8

Es sprechen:

Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt MünchenDr. Johannes Grotzky, Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks

Michael Leonhart, Stadtrat der Landeshauptstadt München in Vertretung des Oberbürgermeisters

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