Kunstblog München

Kunst- und Kulturflaneur in München. In schöner Unregelmäßigkeit Previews, Reviews, Beobachtungen, Kommentare zu Ausstellungen, Ateliers, Projekten, Theater und Straße.

Archiv für Februar, 2009

Anton Bosnjak zeigt Heile Kunst in der Lothringer13

Anton Bosnjaks Ausstellung Heile Kunst in der LOTHRINGER13 Städtische Kunsthalle München reflektiert zentrale Fragen menschlicher Existenz. Indem die Arbeiten Themen wie Urbanität, Utopie, Gewalt, Tier-Mensch Verhältnisse, Zerstörung und Zerfall verhandeln, loten sie die Extreme der conditio humana aus.
„Whitecube Loosening“ (2008) 43 cm x 20 cm x 17 cm Styropor

Skulpturen werden aus gefundenen Resten der Konsumgesellschaft gemacht. Architekturmodelle, Totems, Mutanten, poetische Videoinstallationen und Malerei. Vereinzelte, große und kleine Statements, deren anfängliche Leichtigkeit und Banalität sich auf den zweiten Blick auflösen in die immensen Welten des Unfassbaren. Kalte und nackte Realität versus utopischer, sehnsuchtsvoller Schönheit.

Abb.: „Whitecube Loosening“ (2008), 43 cm x 20 cm x 17 cm, Styropor

(c) Anton Bosnjak

Flyer zur Ausstellung „Heile Kunst“ als PDF

ERÖFFNUNG: Donnerstag 19.02.2009, 19.30 Uhr

Zur Begrüßung spricht Dr. Ingrid Anker, Stadträtin der Landeshauptstadt München

Einführung: Uli Aigner

IM MÄRZ Künstlergespräch mit Georg Schöllhammer, Uli Aigner und
Anton Bosnjak
DAUER DER AUSSTELLUNG: 20.02. – 05.04.2009

Kankankandinsky und ein (gutes) Ende

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Diese Superschauen sind ja immer irgendwie furchteinflössend.

Das Ganze beginnt mit dem Werbedruck, der gemacht wird, und suggeriert, wer das nicht gesehen hat habe garnichts gesehen. Ist natürlich gelogen, und wir sind keine Touristen, die ihren Kandinsky nicht kennen, zumindest die frühen Arbeiten aus oberbayrischer Idylle. Hinzu kommt der Kino-Blockbuster-Effekt: Wenn’s alle sehen wollen, will ich nicht hin. Invasionsschrecken drängelnder Reisebuspassagiere, Neuschwanstein-Horror, Volkshochschulführungspanik, Autobahnraststättenkloschlangenphobie wachsen sich zu einer geradezu paranoiden Abneigung gegen das Event aus.

Und dann doch: An einem sonnigen Sonntag eine gute Viertelstunde am Königsplatz zu stehen ist nicht schlimm, sondern angenehm. Die vorfreudigen Gespräche der Umlandbewohner sind ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm zwischen Polt’scher Satire, Loriot-Halbbildungsbürgertum und Reality-Soap-haften Einblicken in fremde Wäsche. Dergestalt philantrop vorgewaschen nehme ich instinktiv die nächste Hürde: „Sie, gehen’s auf keinen Fall in den Kunstbau, da müssen’s warten, gehen Sie die Druckgrafik im Lenbachhaus anschauen oder erst Kaffee trinken.“ Ich geh nicht Kaffee trinken, wenn’s mir einer sagt, dann Tee oder nichts, und außerdem: Immer schön anztizyklisch handeln. Also gleich in den Kunstbau. Von wegen warten! Eine sehr gut besuchte, nicht überfüllte Ausstellung. Zugegeben, die Räumlichkeiten sind nicht optimal, Stellwände erinnern von der Rampe aus gesehen an provisorische Messearchitektur, aber sei’s drum.

Für das, was da hängt, müsste man zum Teil sehr weit reisen. Vor allem die zart strengen, geradezu wissenschaftlichen Arbeiten der französischen Zeit sind so reich an Zukunft, dass es gut zu wissen ist, dass die Austellung bis zum 8. März verlängert ist. Bin versöhnt. Mit dem Meister und der Megaschau. Wassily kann ja nichts für die bedruckten Regenschirme im Andenkenladen …

KANDINSKY – ABSOLUT. ABSTRAKT
KUNSTBAU/LENBACHHAUS MÜNCHEN
VERLÄNGERT BIS 8. MÄRZ 2009

Saniert euch schön, und dann Neues. Ok?