Kunstblog München

Kunst- und Kulturflaneur in München. In schöner Unregelmäßigkeit Previews, Reviews, Beobachtungen, Kommentare zu Ausstellungen, Ateliers, Projekten, Theater und Straße.

Archiv für November, 2007

Jens Semjan: The Private Transport Show

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Kosuth-Schüler Jens Semjan ist zurück aus Brüssel und zeigt neue Foto- und Videoarbeiten bei Judith Bönisch in ihrer Galerie Traversée. The Private Transport Show befasst sich mit dem Fortbewegungsmittel, Rolling Home, Fetisch, Potenzmittel, Beamer, dem Inbegriff materialisierten Twentieth Century Individualismus und Kondensationspunkt von Bewegung und Stillstand gleichermassen: dem Auto.

Eröffnung am Donnerstag, 29.11.07 von 19 bis 21 Uhr

Ausstellung vom 30.11.07 bis 02.02.08

Adresse etc. siehe Blogroll

Galerie Litfaßsäule zeigt Fotografie ohne Höhenangst von Stephan Zirwes

Ganz ehrlich, die Galerie Lifaßsäule von Nao Okubo und Stephan Rapke in der Reichenbachstraße kannte ich nicht, aber diese nette Einladung in meinem Postfach macht neugierig. Die Litfaßsäule hat bisher erst 2 Ausstellungen mit den Fotokünstlern Norifumi Inagaki und Stefan Rapke gezeigt, was dazu auf der Website (URL siehe Blogroll) zu sehen ist hat Niveau. Freue mich auf mehr!

Die aktuelle Ausstellung:

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Stephan Zirwes „zone 02 – leisure“

Dazu aus der Ankündigung der Galerie:

„Hunderte Meter über dem Grund, in einem Klettergurt aus dem offenen Helikopter hängend, komponiert Stephan Zirwes seine graphisch abstrahierten Fotografien aus der ganzen Welt. Eine künstlich erscheinende Realität fordert im Gegenspiel mit real wirkenden Kunstwerken den genaueren Blick auf das Gezeigte. Treten Sie näher!“

Mach ich.

Vernissage 24.11.07 ab 19.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 24.11.07 – 09.01.08

Öffnungszeiten Di. – Fr. 15 bis 20 Uhr, Sa. 14 bis 18 Uhr

galerie Litfaßsäule
Reichenbachstr. 40
80469 München

tel: 089/13927607

info@galerie-litfasssaeule.de

Atelierausstellung bei Martin Potsch: 30 Maltücher

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Freitag, 23. November 2007 ab 19 Uhr öffnet Martin Potsch sein Atelier im Rückgebäude der Pariser Str. 25 und zeigt neue Arbeiten : 30 Maltücher

OFFEN 2007 IM STÄDTISCHEN ATELIERHAUS BAUMSTRASSE /KLENZESTRASSE

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Die Künstler im städtische Atelierhaus laden zur jährlichen Besichtigung von Arbeitsumfeld, Atelier und Werken ein. Einige der Atelierhaus-Künstler hatten vor einem Monat die Ausstellung „Zimmer frei“ im Hotel Mariandl gestaltet (siehe Post vom 19.10.)

Wolfgang Aichner

Alexander Arundell

Annegret Bleisteiner

Irene Drexl

Silke Eberspächer

Cornelia Eichacker

Sandra Filic

Rifat Gecaj

Doris Hahlweg

Heiko Herrmann

Benedikt Hipp

Horst Kirstein

Jadranka Kosorcic

Christine Kummer

Eva Kunze

Christoph Lammers

Nghia Nuyen

Susanne Pittroff

Constanze Pladek

Martin Schneider

Eva Schöffel

Cecile Schuck

Kristiane Semar

Barbara Spaett

Thomas Thiede

Ute Vauk-Ogawa

Eröffnung am Freitag, 23.11.07 um 18.00 Uhr19.00 Uhr

Eröffnungsrede von Erno Vroonen, freier Kurator 21.30 Uhr

Live Musik von ConFusion

offene Ateliers:

Freitag, 23.11.07 18.00 bis 22.00 Uhr

Samstag, 24.11.07 14.00 bis 20.00 Uhr

Sonntag, 25.11.07 14.00 bis 20.00 Uhr

Gemälde und Collagen von Kurt Behrens bei von maltzahn

Mit Kurt Behrens zeigt Egbert von Maltzahn ab dem 7. November einen Künstler, der beruflich sein Leben lang mit Kunst und Kunsthandwerk zu tun hatte, allerdings nicht produzierend, sondern sozusagen „auf der anderen Seite des Ladentisches“. Jetzt zeigt Behrens seine in den letzten 30 Jahren unter Ausschluß der Öffentlichkeit entstandenen Arbeiten erstmals in der Galerie im Fruchthof.

Dazu aus meinem Einführungstext zur Ausstellung:

Ein Besuch beim Künstler: Die Tür öffnet sich zu einem Interieur aus antiken Sammlerstücken und modernen Objekten. Dazwischen: In ausgewählter Rahmung Gemälde, deren schwarzes Linienwerk im Zusammenspiel mit einer ganz eigenen Farbigkeit konzentrierte Gebilde ergeben, welche auf den meist weiß belassenen Hintergründen zu schweben scheinen und trotzdem mittels eines geheimnisvollen, rein formalen Magnetismus spannungsvoll im Format verankert sind.

Als reinen Autodidakten kann man Kurt Behrens nicht bezeichnen. Er hat sich von Jugend an dem Zeichnen und Malen verschrieben, von den sonntäglichen Museumsbesuchen mit dem Vater nach dem Kirchgang im heimischen Bremen über einen Mal- und Zeichenkurs im Worpsweder Barkenhof, Abendkursen in Bremen beim Expressionisten Tappert und anderen Künstlern, später auch in München, und nicht zuletzt mittels einer ständigen und unvoreingenommenen Schulung des Auges. In seinem Beruf, der ausgebildete Textilkaufmann Behrens war acht Jahre Geschäftsführer und darüber hinaus viele Jahre Interior Designer der legendären Münchner Firma Bernheimer (damals am Lenbachplatz), empfing er wichtige Impulse für sein künstlerisches Schaffen, so wie dieses auch seinen beruflichen Werdegang befruchtete. Nach München war Behrens ursprünglich der Kunst wegen gekommen, die Picasso-Ausstellung 1955 im Münchner Haus der Kunst wurde ihm viele Jahre später als eines seiner künstlerischen Schlüsselerlebnisse bewusst.

Kurt Behrens’ seit 30 Jahren entstandenes Oeuvre von Collagen und Gemälden ist ein Mikrokosmos von eigener formaler Naturgesetzmäßigkeit, die ein rätselhaftes Formleben hervorbringt. Die Auflösung liegt dabei immer erst beim Betrachter, was scheinbar ungegenständlich daherkommt, entpuppt sich als Ableitung aus Figurativem und umgekehrt. Behrens macht uns zu neugierigen Seh-Forschern in einer gleichermaßen fremdartigen wie vertrauten Zeichenwelt.

In der Serie der „Landschaft imaginär“ betitelten Collagen aus den Jahre 1977/78 breitet er unter dem Eindruck früher flämischer Tapisserien in die Fläche verdichtete Landschaften subtilster Farbigkeit aus. Bei den als Vorstudien zu seinen später malerisch umgesetzten Schöpfungen und Geschöpfen aufgefassten Collagen hingegen liegt in der Wahl des Materials, den farbigen Papierfetzen statt pastoser Farbe, ein ganz bewusster Vor-Schritt, um der Bildidee nahe zu kommen.

Malerei soll für Kurt Behrens ganz im Sinne Delacroix’ ein „Fest für die Augen“ sein. In seinen nicht großformatigen Bildern gilt kein „weniger ist mehr“, gibt es viel zu sehen, von durchaus auch humorvollen Verspieltheiten bis hin zu fernöstlichen Anleihen, die aus seiner Begeisterung für China Porzellane verschiedener Epochen herrühren. So gibt sich ein Auge als Yin Yang zu erkennen, lässt sich eine chinesische Weltenperle im auf „kaiserlich“ gelben Grund gesetzten „Fetisch mit Mond und Weltenperle“ entdecken, im „Stillleben mit Früchten“ das chinesische Schriftzeichen Fu für „Glück“ auf einer kleinen, bewegten Fahne. Und immer wieder sind es Gestirne, Sonne und Mond, die Behrens’ weniger in Auflösung als in Zusammenfügung begriffenen Köpfe und Körper begleiten und ihnen ein kosmisches Zuhause geben.

Vernissage, Dienstag, 6. November 2007, von 18 bis 21 Uhr

Ausstellung vom 7.11. bis 8.12.2007

Link zur Galerie siehe Blogroll!